>Seitenanfang
Aktuelles
ab 3. Juli 2010
Wollen Sie uns unterstützen?
Dann geben Sie uns täglich Ihre Stimme!
Bei der
Sommerspendenaktion 2010 des CHEMPARK können sich gemeinnützige und soziale Projekte, Vereine, Institutionen und Einrichtungen aus dem Umfeld der CHEMPARK-Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen hier erstmals online um Spenden für Ihre Aktivitäten bewerben
Info's zu den Waldameisen unter 02151-657165 oder per email.
Samstag 11. September 2010 11-17 Uhr
Am Tag der offenen Tür informieren wir über unsere Einrichtung
Samstag 5. Dezember, Platz an der alten Kirche, Krefeld
Zum dritten Mal haben wir uns am besonderen Weihnachtsmarkt der Krefelder Initiativen und sozialen Einrichtungen beteiligt. Auch dieses Mal haben Eltern und Kinder viele schöne Bastelarbeiten vorbereitet.
Lieben Dank an alle Bastlerinnen und Unterstützer des besonderen Weihnachtsmarktes !!!
Es hat sich wie immer Spass gemacht und es hat sich gelohnt: Wir haben einen Preis für einen besonders schönen Stand bekommen. Danke ! Frohe Weihnachten !
Landesverband der Wald- und Naturkindergärten NRW e.V.
Am 28. März 2009 konnten Team und Vorstand auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Landesverband der Wald- und Naturkindergärten NRW in Düsseldorf das Zertifikat des Qualitätsarbeitskreises entgegennehmen. Zuvor haben wir die Qualität unserer pädagogischen Arbeit ausfürlich nachgewiesen, z.B. durch exemplarische (anonymisierte) Beobachtungsbögen, Protokolle von Eltern- und Teamgespräche sowie eine pädagogische Facharbeit. Thema der von uns eingereichten Facharbeit war das Schulkinderprojekt der Waldameisen, unser "Kräuterzwergeprojekt", mit dem die Vorschulkinder ihre Kindergartenzeit abschliessen.
Wir bedanken uns !!!
Kurz nach unserem offenen Tag am 23. August hat die Bezirksvertretung Hüls beschlossen unsere Arbeit mit einer Geldspende von 500 € zu unterstützen. Das Geld konnten wir gut gebrauchen: Wir haben davon einen waldtauglichen Wagen angeschafft, in dem sich unsere Zweijärigen bei den Wanderungen durchs Hülser Bruch von Zeit zu Zeit erholen könen. Die Kleinen haben ihr neues "Nest" mit Freude erobert. Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung unserer Arbeit.
Die Elterninitiative "Waldameisen" e. V. wurde im Jahre 1998 gegründet. Bereits im September 1999 konnte unser Waldkindergarten in Betrieb genommen werden.
Die Elterninitiative als Träger des Waldkindergartens wird durch einen ehrenamtlichen Vorstand vertreten. Der Vorstand wird alle zwei Jahre von den aktiven Vereinsmitgliedern, den Eltern, gewählt.
Der Waldkindergarten befindet sich im Naturschutzgebiet Hülser Berg, das durch seine abwechslungsreiche Landschaft viele Möglichkeiten für erlebnisreiche Naturerfahrungen bietet.
Bewaldete Hügel, Kuhlen, Feuchtgebiete, Wiesen, eine Quelle und Tiergehege machen den Waldkindergartenalltag abwechslungsreich und bieten ein großes Erlebnisfeld für 34 unternehmungslustige zwei- bis sechsjährige Waldameisen und ihr fünfköpfiges Team.
Zum Kindergarten gehört ein mehrere hundert Quadratmeter großes Waldgrundstück mit einer Lichtung auf der zwei Bauwagen stehen. Beide Bauwagen sind ausgestattet mit einer Heizung - schließlich sind wir ja kein Überlebenscamp - Sitzgelegenheiten, ausklappbaren Tischen zum Malen oder Basteln sowie einer Kuschelecke zum Lesen oder Ausruhen. Außerdem haben wir eine kleine Küche und eine Rindenmulchtoilette.
Natürlich gibt es auf dem großen Areal eine Matschgrube mit Wasserpumpe. Eine umgekippte Buche lädt zum Balancieren ein, eine Hängematten-Schaukel, Kletterbäume, ein Weidentipi, eine Kräuterschnecke und ein großer Sandkasten sind ebenso vorhanden.
Geöffnet sind wir ganzjährig von 8-13 Uhr, in einer Nachmittagsgruppe auch bis 15 Uhr. Geschlossen nur, wenn der Wetterdienst eine Unwetterwarnung ausgibt. Das ist bisher aber nur dreimal geschehen, wobei die Eltern sich kurzfristig untereinander abgesprochen haben und alle Kinder gut versorgt waren.
Der Orkan Kyrill im Januar 2007 hat den Hülser Wald so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass wir nach Absprache mit der Forstverwaltung drei Wochen lang im Gemeindehaus der Hülser Katholischen Gemeinde Unterschlupf gefunden haben.
Der Kindergarten bleibt während der Sommerferien für drei Wochen und zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Hinzu kommen einige Brückentage, die zu Beginn des Kindergartenjahres festgelegt werden.
Die Elterninitiative ist als Träger der freien Jugendhilfe und als finanzschwacher Träger anerkannt. Voraussetzung dafür, dass wir von der Stadt Krefeld und dem Land zu 96% gefördert werden. Dies bedeutet, dass die Eltern neben den Elternbeiträgen die vom Jugendamt erhoben werden, einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von zur Zeit 15 € im Monat bezahlen mit dem der erforderliche Eigenanteil des Trägers finanziert wird.
Das Kind wird als einmalige, authentische Persönlichkeit geboren. In diesem Sinne kann es uns Erwachsenen als Vorbild dienen:
Das Kind ist angewiesen auf die Wertschätzung der Erwachsenen. Es entwickelt Verhaltensweisen, die das Leben in der Erwachsenenwelt ermöglichen. Im Laufe seiner Entwicklung gewinnt das Kind zunehmend an Autonomie, wobei es zu Konflikten zwischen den eigenen Vorstellungen und den Forderungen und Erwartungen der Umwelt kommen kann.
In diesem Prozess können die Einzigartigkeit und die Authentizität des Kindes erhalten oder überdeckt werden. Es ist wichtig, diese Eigenschaften zu erhalten.
Um die uns anvertrauten Kinder bei den Schritten vom Elternhaus hinaus in die Welt zu begleiten, versuchen wir unsere Arbeit auf die von den Kindern mitgebrachten Eigenschaften aufzubauen.
Besonders in einer anfangs unüberschaubaren Umgebung im Wald ist eine vertraute, Sicherheit gebende, herzliche und humorvolle Atmosphäre wichtig. Nur so kann die Grundlage dafür geschaffen werden, die Freiräume und den Aktionsradius der Kinder allmählich zu erweitern, um so ihre Selbstständigkeit zu fördern. Voraussetzung hierfür ist eine positive und wertschätzende Haltung gegenüber den Kindern.
Naturverbundenheit und Freude an der Arbeit im Wald, auch bei Wind und Wetter, sind vorhanden.
Für die Anliegen und Interessen der Kinder offen zu sein und darauf einzugehen, ihnen aber auch mit gezielten Angeboten aus ihrer unmittelbaren Erfahrungswelt Impulse zu geben, ist eine Aufgabe, der wir uns immer wieder aufs Neue gerne stellen.
Wenn wir die natürliche Art der Kinder, Dinge wahrzunehmen und sich auszudrücken wichtig nehmen, schließt das auch die Forderung ein, uns um ein möglichst situationsorientiertes Erzieherverhalten zu bemühen, dass regelmäßig insbesondere in den Teambesprechungen, reflektiert wird. Klarheit im Handeln, in der Sprache und den gemeinsamen Ziele erscheint uns selbstverständlich. Die Begleitung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes erfordert Fachwissen, Bereitschaft zu regelmäßigen Fortbildungen und die Fähigkeit zu detaillierter Beobachtung des Kindes und dessen Entwicklungsstandes.
Der alltägliche Aufenthalt im Waldkindergarten, der Erfahrungsgewinn in vielerlei Hinsicht wird die Kinder zur Schulfähigkeit führen. Wir halten es für besonders wichtig, ihnen möglichst viel Selbstvertrauen, innere Ausgeglichenheit und Neugierde mit auf den Weg zu geben.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für uns, die im Waldkindergarten bestehenden Regeln für die Kinder begreiflich zu machen und auf die Einhaltung dieser Grenzen zu achten. Gefahren zu erkennen und diese durch gemeinsames Handeln zu mindern, ist für die gesamte Gruppe im Wald gut zu üben. Das bedeutet für die ErzieherInnen, dass sie einen Überblick über die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Einzelnen und die der Gruppe haben.
Weiterhin ist die Bereitschaft zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Eltern zu nennen, deren Mithilfe gerade im Waldkindergarten und insbesondere in einer Elterninitiative erwünscht und notwendig ist.
Partnerschaftlich wird auch die Beziehung zu den Kindern gestaltet. Uns ist klar, dass sowohl die Kinder von uns lernen, als auch wir von den Kindern.
Auch der Waldkindergarten unterliegt dem gesetzlichen Auftrag für Tageseinrichtungen, bisher im GTK, dem Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder, im §2 festgelegt ist, das ab August 2008 vom Kinderbildungsgesetz (Kibiz) abgelöst wird.
Als Waldkindergarten sind uns darüber hinaus folgende Ziele wichtig:
Die Kinder haben im Wald die Möglichkeit, im spielzeugfreien Spiel ihre Kräfte und Fähigkeiten zu entfalten.
Der Wald bietet eine Vielfalt von Spielmöglichkeiten, die sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern von den Kindern entdeckt werden. Wenn die Kinder zu einem Spiel gefunden haben, bestimmen sie durch ihre Lust und Vorstellungskraft den Verlauf, ohne durch zusätzliche Reize abgelenkt zu werden. Naturmaterialien, wie Stöcke, Fundhölzer, umgestürzte Bäume, Tannenzapfen, Steine, Erde, werden von den Kindern auf vielfältige Weise ins Spiel mit einbezogen.
Bücher, Seile, Pferdeleinen, Eimer, Musikinstrumente, Schnitzmesser setzen wir gezielt ein.
Lupenbecher, Botanisierbüchsen und Bestimmungsbücher sind stets greifbar.
Durch kontinuierliche Beobachtung erkennen wir, wo die Kinder in ihrer Entwicklung stehen und wägen dann ab, welche Impulse die Kinder unsererseits brauchen, um eventuelle Defizite zu beheben und Stärken zu fördern.
Die natürliche Ruhe im Wald wirkt entspannend. Spielphasen werden durch die natürliche Geräuschkulisse des Waldes begleitet.
Kinder ihre natürliche Kreativität ausleben zu lassen, fördert deren Intelligenz.
Dadurch, dass die Kinder im freien Spiel auf die Möglichkeiten, die in ihnen stecken und die der Wald bietet, angewiesen sind, haben sie die Chance, für eine "Aufgabe" viele verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu suchen, zu finden, zu überdenken, abzuwägen und gegebenenfalls umzusetzen.
Die Kinder setzen die Naturmaterialien, die nicht zweckgebunden sind, phantasievoll ein. Ein Stock kann so zum Beispiel ein Schwert, ein Kochlöffel, eine Schlange, ein Föhn, ein Stift, ein Feuerwehrschlauch, eine Schranke, und unendlich viel mehr sein. An dieser Stelle möchten wir auf den Zusammenhang von Kreativität und Intelligenz hinzuweisen. Durch kreatives Denken und Handeln bilden sich im Gehirn vermehrt Synapsen, die auch im späteren Leben Denkkapazitäten bieten.
Die Kreativität im Spiel ist auch spielerische Vorsorge gegen Stress. Kinder, die die Möglichkeit hatten, kreativ zu spielen, sind auch im Erwachsenenalter nicht so anfällig für Stress. Ob eine Aufgabe als Herausforderung oder als Überforderung empfunden wird, ist von der Übung im Kinderspiel abhängig. Spielende Kinder lernen, Ideen zu entwickeln und diese zu verwirklichen. Sie nehmen Misserfolge selbstverständlicher hin, meist ohne sich dabei zu entmutigen, entwickeln neue Strategien, um ihr Ziel zu verwirklichen, lernen Kompromisse einzugehen, stellen sich verschiedene Möglichkeiten vor, um ihr Ziel zu erreichen, wägen ab, wann und wofür sie Hilfe brauchen, können Hilfe einfordern und annehmen, müssen Spielpartner für ihre Idee gewinnen und sich damit auseinander setzen.
Die Aufzählung ließe sich noch weiter fortführen, aber es ist hoffentlich bis dahin schon deutlich geworden, wie stark die im Waldkindergarten gelebte Kreativität Lern- und Lebenskompetenz fördert. Erwähnt werden sollte noch, dass kreative Kinder eine sehr große Bereitschaft haben, sich anzustrengen: heutzutage nicht mehr selbstverständlich, aber durchaus hilfreich.
Die Kinder werden in ihrer Naturverbundenheit unterstützt.
Dies beinhaltet sowohl das Kennenlernen der Jahreszeiten mit dem entsprechendem Wetter durch fühlen, riechen, sehen, hören, als auch das Kennen- und Schätzenlernen der Pflanzen- und Tierwelt.
Unser Schwerpunkt liegt dabei auf der Erlebbarkeit der Natur und weniger auf der Benennung sämtlicher Tier- und Pflanzenarten.
Wir betrachten und bestaunen Pflanzen, riechen und fühlen sie, verstehen die Zusammenhänge, erkennen sie als Lebewesen und pflücken deshalb keine Blätter, Zweige, Knospen usw. ab. Wir achten darauf, keine kleinen Pflanzen oder Pilze zu zertreten oder auf andere Weise zu zerstören.
Wir entdecken die Vielfältigkeit der Tierwelt, begreifen Zusammenhänge - zum Beispiel zwischen Raupe und Schmetterling - und erkennen auch die Zusammenhänge der natürlichen Nahrungskette in der Tierwelt. Die Kinder nehmen die Tiere unbefangen, in ihrer Einzigartigkeit wahr.
Motorischer Fähigkeiten stärken das Selbstbewusstsein des Kindes.
Der Wald bietet Kindern die Möglichkeit, sich optimal zu bewegen. Er fördert die Motorik der Kinder, ohne dass künstlich Bewegungsanreize geschaffen werden müssen.
Im grobmotorischen Bereich ist der Wald selber eine riesige, immer wieder neu vielgestaltige und attraktive Bewegungsherausforderung.
Die Kinder bekommen durch die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit einen sicheren Umgang mit den Grenzen und Möglichkeiten des eigenen Körpers. Ihrer Entwicklung entsprechend können sie diese Grenzen selbständig erweitern. Sie entscheiden zum Beispiel selber, in welcher Weise, in welchem Tempo und an welcher Stelle sie einen Hang hinauf- oder hinunterklettern.
Der Gleichgewichtssinn wird beim Klettern, Balancieren und beim Wippen auf Bäumen, Baumstämmen und Ästen auf natürliche Weise gefördert.
Das Bewegung, Sprachfähigkeit und Intelligenz ganz dicht miteinander verknüpft sind, ist wissenschaftlich erwiesen und bedarf wohl keiner weiteren Erklärung.
Gerade die Bewegung ist der Grund dafür, dass die Kinder überdurchschnittlich gut still sitzen können. Es ist ein Missverständnis anzunehmen, dass Menschen still sitzen lernen durch still sitzen. Das Gegenteil ist der Fall. Still sitzen lernt man durch Bewegung, weil Bewegung den Gleichgewichtssinn schult und die Kinder nicht immer "nachkorrigieren" (zappeln) müssen.
Die Feinmotorik wird im Wald vielfältig gefördert und gefordert:
Neben dem Hantieren mit Naturmaterialien üben die Kinder ihre feinmotorischen Fähigkeiten durch Kleben, Schneiden und Malen. Regelmäßig malen alle Kinder zu einem Thema. So erhalten die Erzieherinnen einen Überblick über die Händigkeit und den Entwicklungsstand eines Kindes, um gegebenenfalls Unterstützung anbieten zu können. Je nach Wetterlage nehmen wir auch Papier und Stifte unterwegs mit, so dass die Kinder auch in der Freispielphase ihre Malfreude ausleben können.
Darüber hinaus können die Kinder in unserem Kindergarten immer wieder auch Werkzeuge, Hammer, Zange, Säge, Schraubendreher, Nägel, Bohrer, Feilen, kreativ einsetzen.
Die Selbstwahrnehmung wird im Waldkindergarten gestärkt.
Ein Stein im Schuh, ein verrutschter Strumpf, offene Schnürsenkel ein schlechtsitzender Rucksack usw. werden sofort wahrgenommen, weil sie das Laufen beschwerlich machen.
Kälte und Wärme sind intensiver erfahrbar als in geschlossenen Räumen, und die Kinder lernen selbstständig durch An- oder Ausziehen von Kleidungsstücken darauf zu reagieren.
Die Kinder lernen im Wald, die eigenen Kräfte einzuschätzen und damit hauszuhalten, zum Beispiel mit ihrer Laufgeschwindigkeit.
Außerdem bietet der Wald die Möglichkeit, eigene Grenzen und Fähigkeiten zu erfahren, einzusetzen und zu erweitern. Ob es einen Hang aufrecht gehend oder auf allen Vieren krabbelnd hoch kommt, bleibt der Entscheidung des Kindes überlassen.
Wir unterstützen die Kinder, sich nicht nur körperlich wahrzunehmen, sondern auch emotional. Wir ermutigen sie, Gefühle auszudrücken (nicht unbedingt nur verbal) und diese auch ernst zu nehmen.
Die Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder wird im Wald sensibilisiert.
Bei unseren täglichen Wanderungen im Wald sehen wir viele Veränderungen in der Natur. Das Licht zum Beispiel ist anders als am Vortag, es liegt mehr Laub, Reifen- und Tierspuren sind hinzugekommen, Knospen haben sich entwickelt, Bäume sind gefällt worden oder umgestürzt, Pfützen sind getrocknet, die Wildschweine haben Junge bekommen ...
Wir riechen vermodertes Laub, Blütenduft, das Wildschweingehege, vorbeigehende Pferde, ein frisch gedüngtes Feld... und lernen, dass jeder von uns Gerüche unterschiedlich empfindet.
Wir hören den Wind, Vogelgezwitscher, Laubrascheln, Spechtklopfen, Kirchenglockengeläut, Hundegebell, Trecker, Motorsägen, das Röhren des Rotwilds, das Knacken der Zweige... und lernen die Geräusche zuzuordnen.
Wir spüren Wind, Kälte, Nässe, Sonne und ertasten die Beschaffenheit unterschiedlicher Naturmaterialien, wie Moos, Baumrinden, Steine, Weidenkätzchen ...
Der Geschmackssinn wird durch von uns gesammelte und verarbeitete Waldfrüchte und durch mitgebrachte Lebensmittel angesprochen. Rohe Früchte essen wir wegen der möglichen Gefahr durch den Fuchsbandwurm nicht.
Die Kinder lernen, sich in eine Gruppe zu integrieren.
Ein Ziel der Kindergartenarbeit ist, die Kinder zu befähigen, zu anderen Kindern und Erwachsenen Kontakt aufzunehmen, um Beziehungen entwickeln zu können, sei es zum gemeinsamen Spielen, zum Gespräch, sei es um Hilfe zu bekommen usw.
Sie versuchen Konfliktsituationen eigenständig zu lösen. Falls dies nicht gelingt, lernen sie konkrete Hilfestellungen durch die ErzieherInnen einzufordern.
Die Kinder werden dahingeführt, die eigenen Bedürfnisse einzubringen, sie aber auch gegebenenfalls zugunsten der Gruppe zurückzustellen. Täglich aufs Neue werden die Kinder damit konfrontiert, wenn wir unser Tagesziel festlegen.
Aufmerksames Zuhören üben wir gezielt in einer "Redesteinrunde". Nur wer den Stein in der Hand hält, darf Reden, alle anderen hören zu.
Wenn wir uns auf den Weg machen, müssen wir, immer ein Stück an der Straße entlang laufen. Dadurch lernen die Kinder Achtsamkeit im Straßenverkehr. Dabei gehen die Älteren auf der Fahrbahnseite und nehmen die Jüngeren an die Hand.
Im Laufe der Kindergartenzeit werden die Kinder angeleitet, Verantwortung für die eigenen Sachen, also Rucksack mit Inhalt, ausgezogene Kleidungsstücke, ... und für Kindergartenmaterial, wie Bestimmungsbücher, Seile, Schnitzmesser, Bilderbücher, ... zu übernehmen. Diese Verantwortung müssen die Kinder im Waldkindergarten besonders gewissenhaft tragen, da vergessene Sachen unter Umständen für immer weg sind.
Der Hülser Berg ist ein beliebtes Erholungsgebiet. Deshalb begegnen wir auch vielen anderen Menschen, Reitern, Radfahrern, Spaziergängern, anderen Kindergärten, den Waldarbeitern... Die Kinder werden angeregt, ihnen offen und rücksichtsvoll zu begegnen.
Weil es Freude macht, und nebenbei auch noch beide Gehirnhälften trainiert und koordiniert, machen wir sehr viele Fingerspiele. Silbenklatschen und Silbenzählen, Vorläuferfertigkeiten zum Schreiben, setzen wir spielerisch ein, zum Beispiel unterwegs, wenn wir eine Kinderreihe machen: Kinder mit einer Silbe stehen vorne, die mit zwei Silben dahinter, usw. Manchmal gehen auch Kinder gemeinsam, deren Namen mit demselben Anfangsbuchstaben anfangen oder mit der gleichen Silbe. Die Kinder finden das spannend und lustig und werden so spielerisch aufs Schreiben und Lesen vorbereitet.
Wir lassen Geschichten erzählen und nacherzählen um die Merkfähigkeit, die Konzentration und den Wortschatz zu fördern. Die Kinder lernen nicht nur sich auszudrücken, sondern auch ihre rhetorischen Fähigkeiten zu üben, um ihre Zuhörer zu interessieren und zu fesseln.
Andererseits hören sie den anderen Kindern auch gespannt zu, stellen Rückfragen, interessieren sich für Details, geben Kommentare ab, bringen ihre eigenen Erfahrungen und Gedanken ein.
Wir singen viel und gerne, laut und leise, deutsch und interkulturell, schräg und richtig, und lernen viel dabei.
Der Wald, eine sich ständig verändernde Umgebung fordert Sprache heraus. Kinder sehen etwas, was es gestern so noch nicht gegeben hat, überprüfen, ob sie dafür schon einen Begriff haben, wenn nicht, versuchen sie ein Wort zu schaffen, dass das Gesehene, Gehörte, Erlebte, treffend beschreibt, besprechen sich untereinander, geben Erklärungen ab, trainieren also andauernd spielerisch ihr Sprachzentrum.
Dadurch dass der spielzeugfreie Wald zu vielen Spielideen einlädt, entwickeln die Kinder ihr Spiel frei, verbalisieren und diskutieren Spielregeln. Die Kinder fassen ihre Ideen in Worte und zwar möglichst so, dass andere Kinder diese auch verstehen, mit einsteigen können, begeistert aufgreifen, oder aber andere Ideen formulieren. Die Kinder üben sich spielerisch in Rhetorik. Aus einer Idee wird ein elaborierter Plan, an dem die ganze Gruppe teilhaben kann.
Unbefangenes Sprechen vor der Gruppe ermöglicht der tägliche Morgenkreis, der die Gelegenheit bietet die Gesamtgruppe an Gedanken und Erlebtem teilhaben zu lassen, ohne die Reaktionen des Publikums vorhersagen zu können. Das erfordert nicht nur Sprachkompetenz, sondern auch ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Frustrationstoleranz. Wenn die Geschichte, nicht so ankommt, wie gedacht, müssen die Kinder auf die unvorhergesehene Situation reagieren und schnell eine neue Erzählstrategie entwickeln.
Aufgrund der zunächst befristeten Betriebserlaubnis, aber auch mit dem Wissen, dass wir als Waldkindergarten in einem besonderem öffentlichen Interesse stehen, war uns von vorne herein wichtig, die Umsetzung der in unserer Konzeption beschrieben Ziele zu dokumentieren.
Wir legten Herbarien an, zusätzlich gab es Künstlermappen, Abschiedsbriefe mit Fotos, in denen die Entwicklung der Kinder schriftlich und bildlich festgehalten wurden und noch verschiedenes mehr. Die Dokumentation war fast ausschließlich Arbeit der ErzieherInnen.
Seit Januar 2005 haben wir eine weitere Form der Bildungsdokumentation gefunden Nun dokumentieren unsere Kinder ihre Entwicklung selber - und das mit großem Eifer und Freude.
Jedes Kind gestaltet eine eigene Mappe, die sogenannte "Wissenschaftlermappe". Eigentlich ein Fotoalbum in DIN A 5- Größe, optisch ansprechend gestaltet, an dem ein Band befestigt ist, so dass das Kind seine Mappe um den Hals hängen und unterwegs mitnehmen kann, aber auch, um sie jederzeit zugänglich an die Wand zu hängen.
Während der "Schnuppertage" machen wir schon eine Porträtaufnahme und erste Fotos des neuen Kindes, so dass es am ersten Kindertag schon eine eigene Mappe hat und sofort loslegen kann. Das gibt dem neuen Kind gleich ein wunderbares Gefühl von Dazugehörigkeit.
In die Wissenschaftlermappe kommen Fotos, gepresste Pflanzen, Fundstücke wie kleine Federchen, Bilder und Gebasteltes zu Bilderbuchbetrachtungen, Fotos und andere Erinnerungen an Feste oder Ausflüge, Rezepte, Lieder (wenn sie zum Zusammenhang stehen) und vieles mehr. Auf der letzten Seite ist ein Umschlag. Darein kommen von den Erzieherinnen festgehaltene originelle Aussprüche und andere Episoden.
Mit der Wissenschaftlermappe erstellt jedes Kind ein ganz persönliches Erlebnisnachschlagewerk, sein Lerntagebuch.
Wenn die Kinder an ihren Wissenschaftlermappen arbeiten, sitzen sie meist zu mehreren am Tisch. Bis zur freien Seite wird jede Seite noch mal angeguckt und kommentiert. Da jede Mappe unterschiedlich ist, gucken die Nachbarkinder immer wieder gerne mit, so dass wir viel Zeit einkalkulieren müssen. Lieder werden wieder gesungen, ganze Bilderbücher werden erzählt, Ausflüge und Feste werden bis ins Detail besprochen, Fundorte von Wildkräutern werden erinnert, natürliche Entwicklungsprozesse wie von der Raupe zum Schmetterling oder vom Krötenlaich zur Kröte werden verinnerlicht, die Zeit der Holunderküchle wird gemeinsam herbeigesehnt... .
Die Erlebnisse werden so verinnerlicht, und nebenbei beobachten die Kinder ihre eigene Entwicklung und die Entwicklung der Natur. "Da war ich drei, da hatte ich ja die Jacke an, die passt mir jetzt nicht mehr", oder "guck` mal, letztes Jahr habe ich die Schneeglöckchen noch so gemalt, da war ich drei" oder sie stellen noch mal fest, wie die verschiedenen Plätze zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten aussehen.
Zu unserer Freude erleben wir, dass durch diese Verinnerlichung durch Wiederholung auch die Achtung vor der Natur verstärkt wird. Hierzu ein Beispiel:
Wir hatten ein Brennnesselprojekt, bei dem wir Brennnesseln auf unserem Grundstück gepflückt haben, um Suppe daraus zu kochen, ein anderes mal für Brennnesselpfannkuchen.
Es gab dazu ein Brennesselsuppenlied, was die Kinder auch in Kochmontur gespielt haben.
In der Wissenschaftlermappe gibt es Fotos von dem/der Brennnesselsuppenkoch/köchin, gepresste Brennnesselblätter, das Rezept und den Text vom Lied.
Durch das ständige Erinnern durch die Wissenschaftlermappe lieben die Kinder Brennnesseln.
Eines Tages hörten wir, dass an der Straße die Ränder freigeschnitten wurden. Wir Erzieherinnen kamen auf die Idee, dass wir die Arbeiter doch bitten könnten, bei uns mal eben die Brennnesseln zu schneiden. Als die Männer sehr hilfsbereit anfingen, unsere Brennnesseln zu mähen, gab es einen Zwergenaufstand, als wenn wir sie gebeten hätten, unseren Gemüsegarten zu rasieren. Wir mussten die Männer wieder wegschicken und einsehen, das wir, die Erzieherinnen die "Heiligkeit" der Brennnesseln noch nicht so verinnerlicht hatten wie unsere Kinder.
Das Projekt Wissenschaftlermappe ist für uns zur Zeit die wirkungvollste Möglichkeit, Bildung zu dokumentieren, weil sie die Kinder immer wieder zum Nach-Sinnen anregt- und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Zum Nachsinnen sollen auch unsere Lied- und Gedichtmappen einladen, die wir zu unseren Weihnachtsfeiern erstellen. Fotos, Gemaltes, Geschichten, Lieder, Wünsche, Kindersprüche... werden schriftlich festgehalten und tragen uns mit Freude in das neue Jahr.
Einen Teil unserer Lieder und Fingerspiele halten wir auf einer CD fest. Im Kindergarten haben wir einen einfachen, batteriebetriebenen Kassettenrecorder.
Das ist für die Kinder eine sehr spannende, lustige und freudige Sache. Wir scharren uns um den Kassettenrecorder und singen unsere Lieder. So manch eine/r singt besonders laut, um auch ja gehört zu werden.
Bevor der Recorder gestoppt werden kann, geht der Sprechchor schon los: HÖREN, HÖREN....
Um die Nerven der Eltern nicht zu sehr zu strapazieren, nehmen wir so ca. 30 Minuten auf und brennen dieses dann auf einer CD.
Die Kinder gestalten das Cover selber und jedes Kind bekommt die CD mit nach Hause. Dort wird sie dann immer wieder gehört, und die Liedtexte spielend auswendig gelernt.
Selbstverständlich tauschen sich die Erzieherinnen während der wöchentlichen Teambesprechungen über die Entwicklung der einzelnen Kinder aus. Unterstützend, damit kein Bereich vergessen wird, benutzen sie einen selbsterstellten Fragebogen.
Am letzten Kindergartentag bekommen die Kinder einen Abschiedsbrief, der ihre Persönlichkeitsentwicklung während der Kindergartenzeit noch mal dokumentiert.
Zwischen 8.00 Uhr und 8.30 Uhr treffen wir uns am Bauwagen.
Wir beginnen um 8.45 Uhr mit einem halbstündigen Morgenkreis, der aus rituellen und wechselnden Elementen (singen, musizieren, vorlesen, erzählen, spielen) besteht.
Der ritualisierte Ablauf besteht aus Morgenspruch, Begrüßungslied und Zählen. Jeden Morgen gibt es eine Zählmeisterin. Zu Beginn ist es uns wichtig, dass die Kinder die Gelegenheit haben, festzustellen, welche Kinder da sind und welche fehlen. Auch abwesende Kinder bleiben Bestandteil der Gruppe, sie wissen, dass die Gruppe, an sie denkt, auch wenn sie einmal nicht da sind. Die anwesenden Kinder bekommen dadurch ein Gefühl wie wichtig jeder einzelne ist.
Im täglichen Wechsel zählt im Laufe des Tagesablaufes ein Kind an verschiedenen Sammelstellen die Gruppe. Spielend prägen sich so die Zahlen von 1-20 ein.
Das Tagesziel wird demokratisch abgestimmt. Die Kinder machen Vorschläge. Die Interessengruppen stellen sich zusammen und zählen. So entwickeln die Kinder im morgendlichen Kreis ein Gefühl für Mengen, Mehrheitsverhältnisse.
Wenn wir nicht an unserem Platz bleiben, machen wir uns, mit einem Bollerwagen ausgerüstet, auf den Weg zu einem Platz im Wald, der vorher gemeinsam ausgewählt wurde. Die Kinder haben den Plätzen im Wald Namen gegeben: Moosplatz, Sonnenwald, Gute Laune Platz, Coole Kuhle, Brückenplatz, Am Fuchsbau, Lichtung, Dunkelwald, Quelle, Leisesee, Krötensee.
Wasserkanister, Handtücher, Isomatten, Notfalltasche, Schaffelle nehmen wir mit. Rucksäcke mit Frühstück und Regenkleidung tragen die Kinder selber.
Über ein Handy haben wir die Möglichkeit, im Notfall Hilfe zu rufen und sind dadurch auch jederzeit erreichbar.
Nach einer halb- bis dreiviertelstündigen Wegstrecke, auf der es viel zu entdecken gibt, erreichen wir unseren Frühstücks- und Freispielplatz. Nach dem Frühstück haben die Kinder die Möglichkeit zum Freispiel. Sie können den Spielort, die Spielpartner, den Spielinhalt und die Spieldauer frei wählen. Dabei entwickeln sie eine bemerkenswerte Phantasie und Kreativität.
Um 11.30 Uhr beginnen wir mit dem Aufräumen bzw. mit dem Bepacken des Bollerwagens, so dass wir uns um 11.45 Uhr wieder auf den Heimweg begeben können.
Am Bauwagen machen wir noch einen kurzen Sitzkreis, in dem wir uns voneinander verabschieden.
Zwischen 12.30 und 13.00 Uhr werden die Kinder abgeholt.
Die ebenso klare wie kurzweilige zeitliche Struktur des Tages gibt nicht nur neuen Kindern Sicherheit im "unbegrenzten" Raum des Waldes.
Die in unserem Kulturkreis üblichen Feste, wie Geburtstag, Weihnachten, Karneval, Ostern, St. Martin und Nikolaus sind fester Bestandteil unseres Kindergartenjahres. Dabei bekommen die Kinder deren Ursprung vermittelt. Im Laufe des Jahres gibt es noch weitere Feste. Der Tag der offenen Tür wird gemeinsam von Eltern, Kindern und Team gestaltet. Alle Feste feiern wir im Wald, zum Teil mit, zum Teil ohne Eltern.
Höhepunkt eines jeden Kindergartenjahres ist die gemeinsame Zeltübernachtung aller Kinder auf unserm Grundstück im Wald, morgens werden die Eltern zum gemeinsamen Waldfrühstück erwartet.
Bei der Aufnahme neuer Kinder beachten wir das Alter des Kindes, um eine relativ gleichmäßige Altersstruktur zu erreichen. Ausserdem streben wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mädchen und Jungen an. Wichtig ist uns zudem, dass die Eltern unsere Arbeit befürworten, unterstützen und mittragen. Haben wir mehr Interessenten als Plätze, entscheidet die Reihenfolge der Anmeldung, wobei Geschwisterkinder bevorzugt aufgenommen werden.
Die Eltern wählen als Mitglieder der Elterninitative einen ehrenamtlichen Vorstand, der sämtliche Geschäfte des Vereins führt: Gehalt, Buchführung, Personalwesen, Mitgliederverwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, "Gebäude"-verwaltung, Beantragung und Verwaltung der städtischen Zuschüsse und vieles mehr.
Elternabende finden zu Beginn des Kindergartenjahres und nach Bedarf statt.
Themen sind dort neben organisatorischen Angelegenheiten, auch pädagogische Inhalte und eine ausführliche Vorstellung der Gruppensituation.
Die Themen werden im Vorfeld am schwarze Brett angekündigt, wo auch sonst wichtige Informationen für die Eltern zu finden sind. Zuweilen findet ein offenes Singen statt, wo die Eltern aktuelle Lieder, Spiele und Fingerspiele kennen lernen. Eltern haben jederzeit die Möglichkeit einen Kindergartentag mitzuerleben.
Außerdem finden regelmäßig Team-Vorstand Treffen statt. Hier werden vor allem organisatorische Angelegenheiten besprochen und die Elternabende vorbereitet.
Einzelgespräche zwischen Eltern und Team finden nach Absprache statt. Gelegenheit zum Austausch bietet sich täglich beim Bringen und Abholen der Kinder.
Die Eltern übernehmen zahlreiche Aufgaben, die den Kindergartenbetrieb am Laufen halten. Im wöchentlichen Wechsel reinigen Eltern den Bauwagen, eine gute Gelegenheit sich einmal von den Kindern ihr Reich zeigen zu lassen.
Die jährlichen Aktionstage, an denen die Bauwagen renoviert, das Grundstück gepflegt, Brombeerhecken beschnitten, Sand gewechselt wird, neue Räume geschaffen werden, entwickelten sich im Lauf der Jahre zu Erlebnissen mit Festcharakter.
In den letzten Jahren hat sich ein offener Elternkreis herausgebildet, der sich einmal im Monat trifft, und kreativ mit viel Freude und Spass (nicht nur) für den Kindergarten werkelt, Pferdeleinen, Seile, liebevolle Kleinigkeiten zum Verkauf auf dem besonderen Weihnachtsmarkt der Krefelder Initiativgruppen und vieles mehr sind dabei entstanden.
Zum benachbarten Umweltzentrum pflegen wir Kontakt. Die Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes, von uns "Waldarbeiter" genannt, stehen uns mit Rat und Tat zur Seite. Wenn wir etwas benötigen, wie zum Beispiel Sand, Baumstämme, Holz, können wir mit ihrem Entgegenkommen rechnen, die Rückepferde Tom und Norman werden wie alte Bekannte begrüßt.
Einmal im Monat machen wir einen Ausflug nach Hüls um die Pfarrbücherei in Hüls zu besuchen, neue Bücher für den Kindergarten auszuleihen, den Kindern den Umgang mit Büchern und der Bücherei nahe zu bringen und uns einen schönen Tag in der Stadt zu machen.
Die Elterninitative ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) und im Landesverband der Natur- und Waldkindergärten e.V. Der Vorstand bespricht sich regelmäßig mit den zur Zeit elf Tageseinrichungen in freier Trägerschaft.
Durch regelmäßige Leiterinnentreffen bestehen Kontakte zu den anderen Kindergärten in Krefeld, die ebenfalls dem paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen sind. Diese Treffen werden von der Fachberatung geleitet, die sowohl gesetzliche Informationen weitergibt, als auch thematisch informiert und fortbildet.
Als einziger Waldkindergarten im Umkreis haben wir ein großes Einzugsgebiet, so dass unsere Kinder zu unterschiedlichen Schulen gehen, so ist es natürlich schwer zu allen Schulen einen gleich guten Kontakt zu halten. Die Kommunikation mit den 3 Hülser Grundschulen und einer Krefelder Grundschule funktioniert. Auf regelmäßigen Treffen zwischen den Schulen und Kindergärten bzw. Tageseinrichtungen für Kinder werden allgemeine Vereinbarungen für eine gelingende Zusammenarbeit getroffen. Es gibt aber auch Treffen, bei denen im Zweiergespräch über einzelne Kinder gesprochen wird, natürlich nur wenn die Eltern zuvor eine schriftliche Einverständniserklärung gegeben haben.
Nicht erst seit KiBiz tragen sich das pädagogische Team und der Vorstand der Elterninitiative Waldameisen e.V. mit dem Gedanken, auch Zweijährigen den Zugang zu den 'Waldameisen' zu ermöglichen. Es sind vor allem zwei Gründe, die diese Überlegungen leiten:
Mittelfristig legt dieses stetige Interesse und die steigenden Anmeldezahlen die Eröffnung einer zweiten Waldkindergartengruppe am Hülser Berg nahe.
Das pädagogische Team hat sich in den letzten zwei Jahren sowohl durch direkte Gespräche - u.a. mit dem Bonner Waldkindergarten "Waldfrösche", der bereits konkrete, positive Erfahrungen mit Zweijährigen im Wald machen konnte, als auch durch die Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften und fachbezogenen Konferenzen auf die pädagogische Herausforderung durch Zweijährige vorbereitet. Ebenso haben Vorstand und Team sich bereits über damit zusammenhängende, notwendige bauliche personelle und strukturelle Maßnahmen verständigt.
Ab Sommer 2008 stellt sich der Waldkindergarten der "Herausforderung", Zweijährige aufzunehmen. Herausforderung insofern, dass es sich bei Zweijährigen nicht um kleine Dreijährige handelt. Zweijährige zählen zu den Kleinkindern, befinden sich in ganz anderen Entwicklungsprozessen und bedürfen eines anderen Verständnisses. Gerade im Alter von 2-3 Jahren befinden sich Kinder in einer sensiblen Phase, in der wesentliche Grundlagen für die weitere Entwicklung gelegt werden. Dies betrifft unter anderem den kognitiven Bereich, indem wir der natürlichen Neugier Raum geben. Die Voraussetzungen sind im Wald optimal für das Kind, denn es gibt unglaublich viele natürliche Reize somit auch unzählige Gelegenheiten zu begreifen. Das Schöne daran ist, dass dies im Wald mit einer Selbstverständlichkeit und über alle Sinne geschieht. Täglich nimmt das Kind seinen eigenen Körper wahr und kann sehr schnell zwischen warm, kalt, nass, trocken usw. unterscheiden und lernt angemessen darauf zu reagieren. Lustvoll kann es matschen, lernt dabei schon im kleinen Rahmen physikalische Gesetze kennen, es begreift z. B, dass ein voller Eimer schwer ist, ein (etwas) leererer leichter usw. Dazu könnte man unzählige Beispiele anführen: Eis auf den Pfützen, gefrorene Erde, die sich schlecht schaufeln lässt, nasse Erde ist schwer und klebt an den Händen und an der Kleidung. Gerade während des 2. und 3. Lebensjahres, erfährt das Kind eine gewisse Autonomie. Es erkennt, dass es nicht mehr in allen Lebensbereichen total abhängig ist, überträgt dies auf alle Lebensbereiche und leidet dadurch schon mal schnell an Selbstüberschätzung und glaubt, es könne ALLES. Nie wieder im Leben ist der Mensch so von sich, seinen Möglichkeiten und Kräften überzeugt, wie in diesem Alter. Im Waldkindergarten ist es wertvoll, dass das Kind in seinem Erkundungs- und Forschungsdrang von selbst an die eigenen Grenzen stößt, ohne das wir Erwachsenen Grenzen setzen müssen. Natürlich ist es die Aufgabe der Erzieherinnen, Risiken einzuschätzen und das Kind gegebenenfalls zu schützen, wenn es sich durch seine Selbstüberschätzung möglicherweise in Gefahr bringt. Auch ist dieses Alter eine sensible Phase für die Sprachentwicklung. Gerade der Wald kann da auch schon bei den Zweijährigen sehr hilfreich sein, denn neue Reize, werfen neue Fragen auf, die Neugier des Kindes wird lebendig gehalten. Auf den Wegen sprechen und singen die Kinder und Erzieherinnen sehr viel miteinander, so dass das Sprachzentrum während der gesamten Kindergartenzeit aktiv ist. Da wir weitestgehend spielzeugfrei sind, kommunizieren die Kinder ihre Spielideen auch während des Freispiels häufig verbal, um Spielpartner zu gewinnen und zu halten. Die Bewegung im Wald kommt der Sprachförderung zu gute. Im Gehirn liegen die Zentren für Sprache und Bewegung nebeneinander. Wenn das Kind sich bewegt, wird automatisch das Sprachzentrum stimuliert. Die Bereiche sind so eng miteinander verknüpft, dass die Erweiterung des Bewegungsrepertoires z.B. durch klettern, rennen, balancieren, unebene Böden meistern, unmittelbar die Sprachfähigkeit unterstützt und erweitert. Der Erwerb von Autonomie in diesem Alter bringt auch eine große Ichbezogenheit mit sich. Da ist es wichtig, dass die Erzieherinnen das Kind liebevoll und kompetent bei dem Eintritt in die soziale Kinderwelt begleiten, so dass es Spielpartner bzw. Freunde finden kann. Pädagogische Aufgabe ist es, das Kind zu unterstützen, angemessen Kontakt aufzunehmen, Grenzen zu akzeptieren, mit Frustration umzugehen, Konflikte zu bewältigen, Mitgefühl zu entwickeln und eigene Bedürfnisse zurückzustellen. Dabei sind wir uns darüber bewusst, das Zweijährige durchaus noch in der Trotzphase sein können und wir uns im Umgang damit üben dürfen. Bei "gelungenem" Eintritt in die soziale Kinderwelt können wir davon ausgehen, dass das Kind im Laufe des Jahres vom Alleinspiel über das Parallelspiel zum Kleingruppenspiel findet und sich als Teil der Gesamtgruppe erleben kann. Weitere Aspekte der pädagogischen Arbeit mit Zweijährigen decken sich mit den in unserer bisherigen Konzeption für Drei- bis Sechsjährige bereits ausführlich dargelegten Schwerpunkten, z.B. Spiel ohne Reizüberflutung, Naturverbundenheit, Kreativität, Motorik, Selbstwahrnehmung, Sinneswahrnehmung, Sozialverhalten sowie Sprechen und Hinhören.
Die Eingewöhnungsphase sollte individuell gestaltet werden. Das bedeutet, dass sowohl Eltern, als auch Erzieherinnen im Miteinander das Kind an die neuen Gegebenheiten gewöhnen, da alle ein gemeinsames Interesse haben, dass das Kind sich in seiner neuen Umgebung wohlfühlen kann. Wichtig dabei ist, das Eltern sich genügend Zeit nehmen, um das Kind zunächst für einige Tage zu begleiten, so dass es sich in sicherer Bindung zu einem Elternteil, die räumlichen Gegebenheiten, die Kinder und die Erzieherinnen ansehen kann. In dieser Phase halten die Erzieherinnen sich zurück, signalisieren, dass sie wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass das Kind da ist und mit dem Elternteil teilnimmt. Erst allmählich treten die Erzieherinnen mit dem Kind in Kontakt, um so eine Grundlage für Bindung zu schaffen. Das Kind sollte zunächst nicht länger als zwei Stunden alleine im Kindergarten bleiben (Hier stützen wir uns auf Erfahrungen anderer Institutionen und auf Informationen aus der Entwicklungspsychologie). Der Prozess kann für Eltern zunächst zeitaufwendig sein (ca. 2 Wochen), wird sich aber letztendlich als lohnende Investition herausstellen. Der Alltag im Waldkindergarten ist sehr strukturiert, wird von Ritualen, die für Kinder wichtig sind, begleitet, und ist dennoch jeden Tag anders und besonders. Auch deshalb ist eine sichere, konstante Bindung Grundvoraussetzung für das Wohlbefinden des Kindes. Wir können bei dem Ablösungsprozess von Zweijährigen noch nicht auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen, deshalb sind Eltern und Erzieherinnen gleichermaßen gefordert zu erspüren, wie wir dem Kind einen guten Start ermöglichen können. Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erzieherinnen sollte sehr intensiv sein. Es ist davon auszugehen, dass die Zweijährigen ihre Bedürfnisse noch nicht klar verbal formulieren können. Deshalb sind die Erzieherinnen zunächst einmal auf "Übersetzungen" von Sprache und Körpersprache angewiesen, auf den Hinweis von Eigenheiten und Gewohnheiten, so dass das Kind sich im Kindergarten wohlfühlen kann. Natürlich werden auch klare Absprachen zur "Sauberkeitserziehung" getroffen, so dass Eltern und Erzieherinnen Hand in Hand arbeiten können.
Insgesamt sieht die Elterninitiative Waldameisen e.V. den anstehenden Veränderungen vorbereitet und hoffnungsvoll entgegen. Im August 2009 planen wir, eine zweite - zunächst halbe - Gruppe zu eröffnen.
Seit August 2008 betreuen wir erstmals Zweijährige in unserem Waldkindergarten. Da wir mehrere Interessenten für U3 Plätze hatten, konnten wir in Elterngesprächen und persönlichen Begegnungen während mehrerer Schnuppertage im Juni die Kinder auf "Waldeignung" prüfen. Die Wahl viel auf zwei sehr junge Kinder: das Mädchen ist im Juli, der Junge Ende Mai 2008 zwei Jahre alt geworden. Beide Kinder haben keine älteren Geschwisterkinder, die mit den Abläufen im Waldkindergarten bereits vertraut sind, so dass wir gleich im ersten Jahr erfahren konnten, wie wir als Team und Gruppe auf unbefangene, waldunerfahrene Kinder und deren Bedürfnisse eingehen müssen.
Die Trennung von den Eltern war in den ersten zwei Wochen nicht leicht für die "Kleinen", wir mussten zunächst auch einfach experimentieren. Beide Kinder hatten zu dem Zeitpunkt ein jüngeres Geschwisterkind, das beim Bringen mitgebracht und dann wieder mit nach Hause genommen wurden, von daher war die Reaktion: "Ich will auch mit" durchaus nachvollziehbar. Mittlerweile wird das eine Kind vom Vater gebracht, dass andere brachte eine Puppe mit, welche den Namen des kleinen Bruders hatte, so ging dann ein "Lasse" wieder mit nach Hause, ein "Lasse" durfte mit im Kindergarten bleiben. Inzwischen haben wir das Verabschieden am Tor ritualisiert und die Kinder winken den Eltern freudestrahlend zu. Absprachen mit den Eltern sind bei allen Kindern wichtig, aber sie haben bei Zweijährigen noch mal einen besonderen Stellenwert. Das Mädchen spricht schon sehr gut und kann ihre Bedürfnisse äußern. Der Junge äußert seine Bedürfnisse mit einer Mischung aus verständlichen, unverständlichen Wörtern und Zeichensprache. Die Erzieherinnen und die anderen Kinder konnten ihn sehr schnell verstehen, aber trotzdem haben wir Verständnis dafür, dass Eltern befürchten, wir könnten ihn nicht verstehen. Es ist ganz wichtig, diese Sorge auszuräumen und auch den Eltern von unserem jeweiligen Tagesablauf zu erzählen, weil die Kinder es nicht oder nur bruchstückweise verbalisieren können. Was haben wir im Morgenkreis gemacht, zu welchem Platz sind wir gegangen, mit wem und was hat das Kind gespielt... . In den ersten Tagen haben wir im Laufe des Morgens ein - bis zweimal kurz die Eltern angerufen, weil sie doch sehr beunruhigt waren. Die glücklichen Kinder, die ihnen mittags entgegen kamen, machten das Telefonieren sehr schnell überflüssig.
Erschwerend für die Kinder war bei dem Trennungsprozess, dass sowohl Eltern, als auch das Team ein wenig unsicher waren, ob es wirklich "richtig" ist, so kleine Kinder in eine Tageseinrichtung zu geben. Diese Unsicherheit merkten die Kinder bestimmt, doch sind sie als Zweijährige natürlich nicht in der Lage, uns Erwachsenen klar zu machen, dass für sie alles in Ordnung ist. Diese Unsicherheit werden wir im nächsten Jahr nicht mehr haben, weil wir inzwischen die Erfahrung gemacht haben, dass die Kinder bei uns wohlbehütet sind.
Wir haben uns entschieden, nicht speziell eine Erzieherin für die Zweijährigen abzustellen, damit sie sich nicht fixieren und irritiert sind, wenn diese dann einmal nicht da ist. So lernte das gesamte Team sehr schnell die Besonderheiten und die Sprache der Zweijährigen kennen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kinder zu allen Dreien rasch ein liebe- und vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut haben. Interessant war zu beobachten, dass sie gegenüber unseren Praktikanten ein distanzierteres Verhalten zeigten.
Für die Zweijährigen haben wir einen geländetauglichen Fahrradanhänger eingeführt. Die Kinder liebten dieses Gefährt von Anfang an, es ist für sie wesentlich mehr als ein Transportmittel, es ist ihre Zuflucht, ihr kuscheliges Nest. Noch während die Eltern da sind, klettern die Kleinen in den "Kinderwagen", eine Erzieherin schiebt sie zum Tor, wo sie sich in ihrem Nest sicher aufgehoben von ihren Eltern verabschieden. In den ersten Tagen saßen sie auch noch während des Morgenkreises im "Nest". Wir hatten eine Lücke geschaffen, so dass sie geschützt, doch mittendrin saßen. Da beide Kinder sehr wach und interessiert sind, sind sie schon bald von selber aus dem Wagen geklettert, um an Bewegungsspielen aktiv teilzunehmen. Inzwischen ist es selbstverständlich, dass sie ganz normal den Morgenkreis mitmachen, wenn es nötig ist, ganz ruhig sitzend und bei bewegungsreichen Spielen auch sehr aktiv und Regeln verstehend. Unterwegs kümmern sich die Grossen ganz selbstverständlich um die Kleinen und ihr Gefährt. übrigens ist auch für die Erzieherinnen der geländetaugliche, schiebbare Kinderwagen eine erhebliche körperliche Erleichterung, gegenüber dem alten Bollerwagen.
Wenn sie eine kleine Pause brauchen, klettern sie in ihr "Nest" und beobachten von dort aus das bunte Treiben. Beide Kinder brauchen keine Schlafzeit mehr im Vormittagsbereich. Es kam aber auch schon vor, dass sie sich auf einem Schaffell - in einer Decke eingepackt- ausgeruht haben. Liebevoll gesellen sich dann andere Kinder dazu. Im Winter haben wir eine Hängematte mitgenommen, in der die Kinder sich auf Schaffellen in eine Decke eingepackt ausruhen können, wenn sie mögen. In den ersten vier Wochen waren die Zweijährigen nur von montags bis donnerstags im Kindergarten, weil Eltern und Erzieherinnen der Meinung waren, dass ihnen drei Tage Wochenende gut tun würde. In Absprache mit den Eltern war es nach vier Wochen klar, dass sie auch fünf Tage kommen können.
Nachdem die Eltern sich entfernt hatten, waren die "Kleinen" sehr vergnügt und sehr interessiert daran, was die anderen Kinder so machen. Sie greifen entweder Spielideen auf, oder werden im Spiel eingebunden (gerade beim Vater-Mutter-Kind Spiel sind sie sehr beliebte Spielpartner). Mit Vergnügen sammeln sie Erfahrungen beim Matschen, was gerade in dem Alter sehr lustvoll ist, rühren Matsche an, laufen mit Pinseln herum und streichen an, kochen, kullern, hüpfen und lachen vor Vergnügen. Nun zu unseren Wegen. Wie schaffen die Kinder das Laufpensum? Für uns war klar, dass sich nicht die ganze Gruppe dem Tempo und dem Radius von Zweijährigen anpassen kann, schließlich gibt es auch noch achtzehn ältere Kinder. Wenn wir uns "auf den Weg" machen, kommen die Zweijährigen in den Kinderwagen. Von dort aus beobachten sie die anderen Kinder und werden oft auch von ihnen "betreut", geschoben und unterhalten. Um den Kinderwagen herum bewegt sich immer eine ganze Traube von Kindern. Am Platz angekommen frühstücken wir zunächst gemeinsam und danach sind die Zweijährigen noch fit genug, um sich in der Freispielphase zu vergnügen. Je nach Verfassung, Zeit und Wegstrecke laufen sie den Rückweg teilweise oder sie werden gefahren. Unser Ziel ist es, dass sie zunächst den Rückweg komplett mitlaufen und dann irgendwann auch den Hinweg. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn es richtig kalt ist, wird der Wagen mit Schaffellen und Thermodecken ausgestattet, oder die "Kleinen" laufen weiter, damit sie in Bewegung und somit warm bleiben. Es ist erstaunlich, wir schnell die Zweijährigen unsere Regeln kennen gelernt haben und wie leicht sie sie einhalten. Hier bestätigt sich, was wir auch schon bei den drei- bis sechsjährigen Kindern beobachtet haben, die Regeln sind in einem Waldkindergarten offensichtlich so logisch und einsichtlich, dass selbst Zweijährige sie begreifen.
Im Bauwagen wickeln wir zur Zeit auf einer Einmalunterlage auf unserem Bett, unterwegs auf einer Einmalunterlage auf einem Schaffell. So haben wir es bereits früher mit unseren "nichtsauberen" Dreijährigen gemacht. Eine Ausrüstung bestehend aus Wickelunterlage, Windeln, Müllbeuteln, feuchten Tüchern, feuchte Waschlappen, Küchenrolle Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel haben wir täglich dabei. Wir haben uns dafür entschieden, die Kinder nicht mit Einmalhandschuhen zu wickeln, weil sie dann den Eindruck bekommen könnten, wir "ekeln" uns vor ihnen. Nach dem Wickeln desinfizieren wir uns die Hände. Da alles gut vorbereitet ist, dauert das Wickeln nicht lange, so dass die Kinder in der Zeit nicht auskühlen. Bei Minustemperaturen planen wir unseren Alltag so, dass wir die Kinder im Bauwagen oder auf dem Wickeltisch des in unmittelbarer Nähe gelegenen Restaurants am Hülser Berg wickeln.
Die klirrend kalten Tage im Januar haben auch die Zweijährigen erstaunlich gut verkraftet. Den Morgenkreis haben wir in unserem beheizten Bauwagen gemacht und anschließend ging es Schlittenfahren. Die Zweijährigen sind weite Strecken selber gelaufen, damit sie durch die Bewegung warm blieben. Streckenweise sind sie auf Schlitten von den anderen Kindern gezogen worden. Gefrühstückt haben wir in einem Raum des benachbarten uns sehr wohl gesonnenen Restaurants. übrigens haben wir jederzeit die Möglichkeit, uns dort aufzuhalten und aufzuwärmen. Warm und gestärkt gingen wir dann wieder rodeln. Der Hülser Berg bietet wunderbare Abfahrtsmöglichkeiten, auch schon für die Zweijährigen, die quietschvergnügt ihren Schlitten auch wieder Hügel aufwärts zogen und durch die Bewegung nicht auskühlten. Nach dem Rückweg fand unser Abschlusskreis wieder im warmen Bauwagen statt. An kalten Tagen, an denen kein Schnee lag, konnten wir unseren "normalen" Tagesablauf beibehalten. Das Team ist auch für die drei- bis sechsjährigen Kinder im Winter immer recht einfallsreich, um Möglichkeiten zum Aufwärmen und Ausruhen anzubieten, damit der Winter als "freudige" Jahreszeit wahrgenommen werden kann.
Im Gespräch mit anderen Erzieherinnen hören wir zuweilen zunächst skeptische Töne, ob denn ein Waldkindergarten für Zweijährige geeignet sei. Inzwischen ist es so, dass wir - auch durch Gespräche mit Erzieherinnen in Hauskindergärten - zu der Ansicht gekommen sind, dass es den Zweijährigen im Wald unter Umständen sogar besser geht, als in Hauskindergärten: Unser Geräuschpegel ist sehr niedrig, der Stressfaktor Lärm entfällt. Die Regeln sind sehr gut zu verstehen. Der natürliche Bewegungsdrang kann ausgelebt werden. Die anderen Kinder sind sehr sozial und liebevoll ihnen gegenüber und wir haben einen vergleichsweise guten Personalschlüssel.
Elterninitiative Waldameisen e.V., Talring 181, 47802 Krefeld
02151-657165 - Vorstand
Redaktion:Team und Vorstand, August 2009